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Geschichte des Schwingclub Chur

 

Gründung und die ersten 50 Jahre

(Leider sind vom Schwingclub Chur, ausser einigen Bildern, keinerlei schriftliche Aufzeichnungen der ersten 38 Jahre der Clubgeschichte mehr auffindbar. So stützen sich nachstehende Ausführungen auf die Chroniken und Protokolle des Bündner Kantonalen Schwingerverbandes, der allerdings auch erst 9 Jahre später gegründet wurde.)

Nachdem bereits im Jahre 1903 in Chur ein Nordostschweizerischer Schwingertag zur Austragung gelangt war, fanden sich an einem nicht näher bekannten Tag im Jahre 1904 im Restaurant Casino in der Churer Altstadt einige initiative Männer zur Gründung des Schwingclub Chur ein. Der Anstoss dazu kam von Seiten der Kunstturner von denen namentlich noch Alfred Stecher, Robert Schär, Heinrich Casty und Jakob Städeli bekannt sind. Als Förderer des jungen Clubs dürften wohl Robert Rüegg, Heinrich Casty, Alfred Coprio, Dr. Johann-Peter Engi, Jakob Städeli, Karl Jauslin, Lorenz Philipp, Brüesch, Compagnoni, Marei und Wilhelm wesentlich beigetragen haben.


Diese drei strammen Kunstturner Jakob Städeli, Heinrich Casty und Alfred Stecher (v.links) dürften zu den Mitbegründern des Schwingclub Chur gehört haben).
 

 

Als 1913 Vertreter der drei bereits bestehenden Schwingclubs Engadin (Gründung vor der Jahrhundertwende), Chur und Davos (Gründung 1912) den Bündner Schwingerverband aus der Taufe hoben, standen von Churer Seite der Grossteil der erwähnten Personen wieder an vorderster Front und prägten in den Folgejahren auch massgeblich das Geschehen auf kantonaler Ebene. So versah im 1. Kantonalvorstand, der vom St. Moritzer Christian Gartmann präsidiert wurde, der damalige Churer Clubpräsident Robert Rüegg das Amt des Aktuars. Über Robert Rüegg, der bereits 1917 im Amt verstarb, ist im Protokoll des Kantonalverbandes nachzulesen, dass es sich bei ihm um einen ausserordentlich tätigen Förderer der Schwingersache in Graubünden handelte. Ab 1920 war dann die Führung des Kantonalverbandes rund 30 Jahre lang fest in Churer Hand, wechselten sich doch im Präsidium Johann-Ulrich Graf, Dr. Hanspeter Engi, Karl Malär und Jakob Schmid der Reihe nach ab. Besonders Letzterer prägte das Geschehen
auf kantonaler Ebene wesentlich, stand der frühere bekannte Kunstturner doch nicht weniger als 17 Jahre dem Bündner Schwingerverband vor. Ein Dutzend Jahre vertrat Schmid als Nachfolger von Johann-Ulrich Graf die Bündner auch noch im NOS-Vorstand.

Dafür wurden beide mit der Teilverbands-Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet und für Jakob Schmid folgte 1946 gar noch die Krönung, durfte er doch als erster Bündner die Eidgenössische Ehrenmitgliedschaft  entgegennehmen. Daneben verdienen aber auch die langjährigen Verbandskassiere Heinrich Casty und Bernhard Rohr Erwähnung, die für ihre grossen Verdienste mit der kantonalen Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet wurden. Im Schwingclub Chur übernahm nach Robert Rüegg, Heinrich Casty und Bernhard Rohr, deren Amtszeiten nicht mehr nachvollzogen werden konnten, Gaudenz Lütscher das Präsidentenamt, welches er bis 1937 ausübte. Sein Nachfolger war Michel Oswald der seinerseits 1941 vom bestbekannten Hans Cavegn abgelöst wurde, der dieses Amt bis 1952 zur vollsten Zufriedenheit versah, um danach nochmals während vollen 11 Jahren dem Kantonalverband vorzustehen. Für seine grossen Verdienste wurde Hans Cavegn mit der Club-, Kantonal- und NOS-Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Dass auch in Chur nicht immer alles nur rund lief, geht aus einem Protokoll des Kantonalverbandes hervor, als 1929 anlässlich einer Beurteilung aller Bündner Schwingclubs festgestellt wurde: „Der Schwingclub Chur ist sehr zersplittert!“ Allerdings finden sich nirgends weitere Hinweise dafür, dass es in den Reihen der Churer zu jener Zeit ernsthafte Schwierigkeiten gegeben hätte.


Der legendäre Jakob Schmid als Kantonalpräsident am Kantonalen 1936 in Arosa).

 

Im sportlichen Bereich kann aus den Anfangsjahren lediglich nachvollzogen werden, dass Heinrich Laternser, Richard Buchli, Paul Schmid und Georg Wilhelm als erste Churer an NOS-Schwingfesten zu Kranzehren kamen. Der weitaus erfolgreichste Schwinger in den zwanziger Jahren war der auch auf eidgenössischem Boden gefürchtete Toni Wilhelm. Der überaus starke Turnerschwinger erkämpfte sich 1923 in Vevey und 1926 in Luzern als erster Bündner Eidgenössisches Eichenlaub. Seit dem Gründungsjahr des Kantonalverbandes vermochten sich auch immer wieder Mitglieder des Stadtclubs als Sieger des Bündner Kantonalschwingfestes durchzusetzen, so Richard Buchli (1913), Georg Wilhelm (1917 und 1918), Bernhard Rohr (1921), Luzi Schmid (1922), Toni Wilhelm (1923).Später war es dann vor allem der spätere Präsident Hans Cavegn, der sich auch als auszgezeichneter Schwinger erwies und
sich 1933 den NOS-Kranz sicherte, sowie 1934 das Bündner-Kantonale gewann. Nachdem 1918, 1922 und 1926 in Chur bereits drei Bündner  Nantonalschwingfeste durchgeführt worden waren, wagte man sich 1933 an die Organisation des NOSSchwingertages auf der Quaderwiese, der ein voller Erfolg wurde. Dieser Anlass hatte für unseren Club insofern noch weitreichende Konsequenzen, weil sich der Berner Spitzenschwinger Walter Tribolet, der als Gast am NOS teilnahm und den Kranz erkämpfte, einer Ehrendame in der Person von Gritli Städeli ganz besonders wohlgesinnt zeigte, was in der Folge eine feste Beziehung ergab. So kam es, dass der ausgezeichnete Techniker und spätere Verfasser von Schwinger-Lehrbüchern 1936 nach Chur übersiedelte und sowohl als Schwinger wie auch als Funktionär im Club und Kantonalverband hervorragende Arbeit leistete. Walter Tribolet wurde in der Folge mit der Ehrenmitgliedschaft auf allen Stufen des Schwingerverbandes ausgezeichnet.


Später war es der Zizerser Samuel Götz der als Schwinger manchen Erfolge verbuchen konnte, u.a. 2 NOS-Kranzerfolge 1946 und 1953, aber auch als Funktionär auf verschiedenen Stufen grosse Arbeit leistete, welche mit der Ehrenmitgliedschaft in Club, Kanton und Teilverband honoriert wurde. 1945 trat mit dem grossgewachsenen Sennenschwinger Paul Strohmaier ein junger Bursche in den Schwingclub Chur ein, der vorerst als Schwinger mit seinem exzellenten Kurz und später auch als Funktionär Clubgeschichte schrieb.


NOS-Schwingertag 1933 auf der Quaderwiese
vor imposanter Zuschauerkulisse

 


Die Churer Kranzschwinger und späteren
Ehrenmitglieder Franz Beiermeister,
Hans Cavegn und Max Peer (v. links)


Vorstand, Ehrenmitglieder und Aktive des Schwingclub Chur im Jahre 1947
 

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